Auf Einladung der Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler aus Remseck haben Gemeinderäte aus Stuttgart, Ludwigsburg, Kornwestheim und Remseck den westlich des Neckars gelegenen Trassenbereich des geplanten Nordostrings Stuttgart in Augenschein genommen.

Unter ortskundiger Führung der der Landwirte Helmut Sigloch und Hansjörg Benz aus Stuttgart-Zazenhausen konnten alle momentan diskutierten Varianten und ihre möglichen Auswirkungen in der Landschaft im Gelände diskutiert werden. Außer den Gemeinderatsvertretern war auch Kreisrat Karl-Heinz Balzer aus Remseck und Vorstandsmitglieder der Remsecker Freien Wähler mit von der Partie.

Aktueller Anlass für der Vorort-Termin der Gemeinderatsfraktionen aus den vier Nachbarkommunen war zum Einen die Tatsache, dass das Land vor wenigen Wochen den Nordostring Stuttgart für den sogenannten „vordringlichen Bedarf“ zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat und dass die Straßenplaner beim Regierungspräsidium kurz vor der Fertigstellung der detaillierten Planunterlagen für die neue Straßenverbindung stehen und diese in den nächsten Wochen den beteiligten Städten und Gemeinden vorlegen wollen.

Einigkeit besteht bei allen Beteiligten, dass eine neue Straßenverbindung aus dem Bereich Kornwestheim ins Remstal notwendig ist, um insbesondere die bewohnten Gebiete Remsecks und Kornwestheims zu entlasten und das Nadelöhr an der Neckarbrücke in Neckarrems zu beseitigen.
Auch beim Ortstermin wurde deutlich, dass bei einigen grundsätzlichen Fragen noch viel Diskussionsbedarf besteht, dass aber ein Konsens zwischen den Nachbarkommunen möglich sein sollte. Solche Grundsatzfragen sind unter anderen der Ausbaustandard der neuen Straße – zwei- oder vierspurig oder als Kompromiss eine viersprurige Planung mit zunächst nur zweispurigem Ausbau – oder die Lage der Neckarquerung im Bereich des Hauptklärwerks Stuttgart.

Sehr eingehend beschäftigte sich die Delegation mit der Anbindung der neuen Trasse an die B 27 bei Kornwestheim, wo momentan als Alternativen die direkte Weiterführung der Querspange von der B 10 zur B27 oder die Anbindung des Nordostrings an die B 27 bei der Kornwestheimer Hornbergstraße diskutiert werden. Eine weitere Möglichkeit der Anbindung haben die Landwirte aus Zazenhausen den Freien Wählern vorgestellt: sie zweigt etwa in der Mitte zwischen den beiden oben genannten Varianten von der B 27 ab und hätte nach Meinung der Landwirte den Vorteil, dass sie deutlich weniger in sensible Landschaftsteile einschneidet, die Lärmbeinträchtigung für Wohngebiete reduziert und nicht zuletzt die Baukosten senken könnte, da sie sich besser an der vorhandenen Topografie orientiert als die anderen Vorschläge.

Die Freien Wähler werden den Straßenbauexperten des Landes auch diese Variante im Rahmen der formellen Beteiligung an der Planung zur Prüfung vorlegen, darin waren sich die Fraktionsvorsitzenden bzw. Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Robert Kauderer (Stuttgart), Roland Glasbrenner (Ludwigsburg), Dieter Wanner (Kornwestheim) und Gerhard Waldbauer (Remseck) einig.


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