Neben anderen Gesichtspunkten wie zum Beispiel die demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft hatten wir Freie Wähler ein wichtiges Ziel bei der Beauftragung der Sportentwicklungsplanung: wir wollten einen tragfähigen längerfristigen Orientierungsrahmen sowohl für die Entscheidungen in den Remsecker Sportvereinen als auch für den Gemeinderat erhalten.

Wir stellen fest, dass dieses Ziel erreicht wurde und bedanken uns dafür bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Mitgliedern der Planungsgruppe, in der neben Verwaltung und Gemeinderat insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, der Schulen, der Jugendarbeit und weiteren gesellschaftlicher Gruppen mitgearbeitet haben.

Die Auswertung von 1499 Fragebogen mit den Antworten der Bürgerinnen und Bürger hat eine Reihe interessanter Erkenntnisse ergeben. Es wurden zwar die allgemein bekannten Trends im Sport bestätigt, aber durchaus auch Dinge aufgedeckt, die für Remseck typisch sind: So sind 63% der Befragten nicht Mitglied in einem Sportverein, 18% sind Mitglied in einem Remsecker Sportverein, aber immerhin 16% sind Mitglied in einem Sportverein außerhalb von Remseck. Ein Viertel der sportlich Aktiven treibt Sport nur außerhalb von Remseck, in der Altersgruppe von 19 bis 26 Jahren sind es gar 40%, die ihrer sportlichen Betätigung außerhalb unserer Stadt nachgehen.

Diese Zahlen waren für uns Anlass, die Verwaltung und das betreuende Sportinstitut zu bitten, aus den Befragungsergebnissen zu ermitteln, welche Sportarten es sind, die eine große Zahl von Sportlern veranlassen, nach auswärts zu gehen. Wir meinen, diese Information ist für die Zukunftsplanung der Vereine von entscheidender Bedeutung. Aus diesen Informationen können die Vereine zuverlässig ermitteln, bei welchen Abteilungen und Sportarten sie in Zukunft Schwerpunkte setzen müssen.

Deshalb unterstützen wir auch die Idee aus der Sportentwicklungsplanung, eine „Leistungsschau des Remsecker Sports“ durchzuführen, um über die aktuellen Angebote der Vereine zu informieren und um mit Interessierten, insbesondere den bisherigen „Auswärts-Sportlern“ ins Gespräch zu kommen.

Weitere interessante Zahlen aus der Bevölkerungsbefragung: 39% aller sportlichen Aktivitäten (Zahl der Nennungen) wird auf Feld- und Radwegen ausgeübt, 14,6% in Sporthallen und nur 5,7% auf Sportplätzen. Das macht sehr deutlich, dass bei der kommunalen Sportstättenplanung die Hallensituation im Zentrum stehen muss; die Bedarfslage beim Schulsport unterstreicht diese Bewertung noch.

Welche Chancen haben wir nun, das Konzept umzusetzen? Es ist unbestritten, dass es unsere Haushaltssituation nicht zulassen wird, in den Jahren 2005 und 2006 größere Investitionen wie z.B. einen Hallen- oder Sportplatzneubau anzugehen. Deshalb ist es uns wichtig zu betonen, dass wir mit dem heutigen Gemeinderatsbeschluss kein Priorisierung der von der Planungsgruppe vorgeschlagenen Investitionsvorhaben vornehmen. Wir meinen, dass es bei der derzeitigen Haushaltslage nur möglich ist, über kleinere bauliche Maßnahmen sowie über organisatorische Weiterentwicklungen zu reden. Gleichwohl ist für uns das vorliegende Ergebnis der Planungsgruppe die Basis für künftige Entscheidungen im Gemeinderat.

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist beispielsweise der Vorschlag, Schulhöfe so umzugestalten, dass sie auch außerhalb der Schulzeiten als Bewegungsräume genutzt werden können. Für noch wichtiger halten wir es, dass die Diskussion innerhalb der Sportvereine und zwischen den Vereinen intensiv fortgesetzt wird. Wir sehen den heutigen Gemeinderatsbeschluss als das Startsignal für diese enge Zusammenarbeit und bitten die Organisationen, die Idee des „Dachverbandes für Sport“ in Remseck zusammen mit der Stadtverwaltung unmittelbar in Angriff zu nehmen.


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