Gleich doppelt hat sich die Remsecker Kommunalpolitik mit dem Thema Stadtbahn beschäftigt: einmal anlässlich eines Informationsbesuches in der Zentrale der SSB, wo der Technische Vorstand, Herr Arnold, Gemeinderat und Verwaltungsspitze über die Planungen der SSB informierte, zum anderen aus Anlass der Studie, die im Auftrag von Landkreis und Gemeinden eine Schienenverbindung von Markgröningen über Ludwigsburg nach Remseck und eventuell weiter nach Waiblingen untersucht.

Zunächst zu U 14: mit der Entwicklung der Fahrgastzahlen können alle Verantwortlichen hoch zufrieden sein. Vor Inbetriebnahme der Stadtbahn wurde der Bus von Remseck nach Stuttgart von 1000 Fahrgästen am Tag genutzt. Die Prognose für die Stadtbahnnutzung für das Jahr 2009 (10 Jahre nach Inbetriebnahme) lag bei 3300 Fahrgästen. Tatsächlich nutzten bereits 2007 täglich 3800 Menschen die U 14, so dass also bereits jetzt die Prognosen deutlich überschritten wurden.

Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 wird die SSB Änderungen im Netz vornehmen. Die Linie U 12 wird später vom Hauptbahnhof durch das S21-Gebiet zum Löwentor und weiter über den Hallschlag und Münster nach Remseck fahren; das wird für uns die Fahrzeiten in die City um einige Minuten verkürzen. Und wir sind guter Hoffnung, dass eine Stadtbahn-Ast von der Haltestelle „Hornbach“ nach Pattonville realisierbar sein wird; die Trasse dafür ist in unserem Flächennutzungsplan bereits freigehalten.

Etwas weiter in der Zukunft liegt wohl die Stadtbahnverbindung von Markgröningen über Ludwigsburg nach Remseck und vielleicht weiter bis nach Waiblingen. Alternativ wird dabei eine Linie über Ossweil nach Neckargröningen und eine Linie über die Oststadt, Grünbühl und Pattonville zur Haltestelle „Hornbach“ untersucht. Wir Freien Wähler setzen eher auf die letztgenannte Alternative über Pattonville.

Schwierig wird die Sache, wenn man in die bahntechnischen Details geht. Dann wird nämlich ein Konflikt zwischen dem so genannten Niederflursystem (wie z.B. in Karlsruhe) und dem Stuttgarter Hochflursystem offenbar. Beide Systeme haben unterschiedliche Haltestellen und Stromversorgungssysteme, ein Wechsel zwischen den Systemen funktioniert nicht. Sinnvoll wäre es aus unserer Sicht, das Stuttgarter System nach Ludwigsburg und Markgröningen zu verlängern, das stößt aber offenbar in der Kreisstadt auf wenig Gegenliebe, weil dann nämlich die Bauwerke für Haltestellen im Stadtgebiet sehr viel aufwändiger und Platz beanspruchender würden als beim Niederflursystem, wo man ja direkt von der Straße aus in die Bahn einsteigen kann.

Wir fordern deshalb die Stadtbahnplaner auf, sich gemeinsam dieser Systemfrage zu stellen, um den Verbund der beiden Technologien im Interesse der Fahrgäste zu ermöglichen.


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