Schnell sind wir dabei, von der Stadt neue oder erweiterte Dienstleistungen zu verlangen. Gerne beklagen wir aber auch die Höhe der Gebühren, welche die Kommune für ihre Dienstleisungen in Rechnung stellt. Hilfreich kann für solche Diskussionen ein Blick auf die Kostendeckungsgrade und auf den Zuschussbedarf einzelner städtischer Einrichtungen sein. Das Rechnungsprüfungsamt liefert solche Daten; aus dem Prüfbericht für das Jahr 2007 sind die nachfolgenden Beispiele entnommen.

Die Jugendmusikschule beispielsweise kostet uns – umgerechnet auf den Einwohner – 30,90 Euro im Jahr, 75 Prozent davon werden über Gebühren von den Nutzern der Jugendmusikschule gedeckt, der Rest, das sind rund 8 Euro je Einwohner, wird über den Städtischen Haushalt gedeckt.

Die Kindergärten lassen wir uns je Jahr und Einwohner 126 Euro kosten, davon werden rund 18% durch Kindergartengebühren und rund 31% durch Zuschüsse des Landes finanziert, so dass als Zuschussbedarf noch rund 64 Euro je Einwohner und Jahr verbleiben. Das hört sich zunächst ziemlich harmlos an, wenn man aber die Zahl mit 22.500, nämlich der Zahl der Remseckerinnen und Remsecker multipliziert, ergibt sich der stolze Betrag von knapp 1,5 Millionen Euro, die als Abmangel aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren sind. Um an dieser Stelle nicht falsch verstanden zu werden: diese Aufgabe ist für die Bürgerinnen und Bürger extrem wichtig und sie ist sicher keine Position für´s Sparen!

Weitere Beispiele gefällig? Die Straßenbeleuchtung kostet je Einwohner und Jahr etwa 11 Euro, die Sporthallen17 Euro, die Schulen 42 Euro und die Feuerwehr 22 Euro.

Je nach persönlicher Situation werden wir die eine oder die andere Position als völlig überzogen oder deutlich zu gering halten, Aufgabe des Gemeinderates ist es, eine ausgewogene Gesamtsituation zu erreichen. Wenn Sie an dem Thema noch weiteres Interesse haben: der Prüfbericht des Rechnungsprüfungsamtes ist eine wahre Fundgrube für Informationen dieser Art.


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    • 25.09.2018
    Gemeinderat
    • 15.10.2018