Vielleicht hat sich die zweistündige Radtour, die OB Schlumberger, Erster Bürgermeister Balzer und je ein Vertreter der Fraktionen des Gemeinderates mit dem Landesverkehrsminister Winfried Hermann entlang des Neckars in Remseck unternommen haben, am Ende für die Stadt gelohnt. Der Minister hat als Hausaufgabe den Prüfauftrag nach Stuttgart mitgenommen, ob das Land nicht seine ab 2017 eingeplanten Finanzmittel anstelle in die Hochberger Brücke in die Westrandbrücke westlich der geplanten Neuen Mitte Remseck investieren kann.

Überraschend rückte die Neckarbrücke bei Hochberg ins Zentrum der Diskussion mit Verkehrsminister Hermann

Überraschend rückte die Neckarbrücke bei Hochberg ins Zentrum der Diskussion mit Verkehrsminister Hermann

Aber der Reihe nach: Zur Überraschung aller Remsecker Kommunalpolitiker hatte das Land im Jahr 2012 in seinen Maßnahmenplan Straße zum Generalverkehrsplan einen kompletten Neubau der Neckarbrücke bei Hochberg eingestellt. Entsprechend fiel dann auch die Stellungnahme des Remsecker Gemeinderates aus; er brachte einstimmig zum Ausdruck, dass er zwar eine Verbesserung für Radfahrer an der Hochberger Brücke wünsche – z.B. durch Anhängen eines Fahrradsteges an die Brücke, aber dass die Stadt ansonsten vom Land Lösungsvorschläge für eine weitere Neckarquerung westlich der Neuen Mitte erwarte. Diese Position der Stadt Remseck hatte die Ministerialbürokratie ihrem Chef offenbar verschwiegen und entsprechend groß war seine Überraschung beim Lokaltermin.

Im abschließenden Gespräch mit Verwaltungsspitze und Fraktionsvertretern machte dann der Minister deutlich, dass er die Zustimmung des Landes zur Planung einer „Westrandbrücke“ als ausgestreckte Hand in Richtung Stadt verstehe. Diese Brücke könne zwar die Verkehrsprobleme nicht generell lösen, aber doch abmildern und gleichzeitig die städtebauliche Entwicklung im Zentrum Remsecks ermöglichen.

Für die Freien Wähler nutzte der Unterzeichner die Gelegenheit, dem Minister mitzugeben, dass aus unserer Sicht der Bau der Westrandbrücke zwingend eine Landesmaßnahme sein müsse, an der die Stadt sich im Rahmen der sich für sie ergebenden Vorteile beteiligen könne. Was für uns nicht vorstellbar ist, ist der Bau der Brücke als kommunale Maßnahme mit Beteiligung des Landes mit einem Pauschalbetrag. Eventuell stehen ja sogar beim Land zeitnah Finanzmittel durch Verschiebung der Maßnahme „Hochberger Brücke“ zur Verfügung. Gefreut hat uns, dass sich auch die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen der Grünen und der SPD dieser Forderung angeschlossen haben.

Und jetzt sind wir gespannt auf die Antwort aus Stuttgart!


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Kommentar



Denken Sie nicht an die nächste Generation. Die Westrandbrücke führt für immer den überregionalen Verkehr durch unsere Mitte. Verantwortungslos!
Unser Problem ist nicht, dass wir keine Mitte haben, sondern, dass wir den Verkehr in unserer Mitte haben.

 


Manchmal scheinen die Grünen doch Kompromissbereiter / flexibler zu sein als gefühlte 100 Jahre CDU Landesregierung, insbes. wenn die Minsterialbürokratie ihren Dienstherrn nicht voll in Kenntnis zu setzen scheint.

Kar sollte aber auch sein, dass neben den Baumaßnahmen für ein neues Rathaus, Bürherhalle und ggf. Bibliothek auch Baumaßnahmen im Bereich des Wohnungsbaus angedacht sind. Und genau hier verlagert sich dann die Lärmproblematik weg von der Remstalstraße hin zur neuen „Ortsrandbebauung“. Denn parallel zu dieser neuen Grenze verläuft dann die neue Landesstraße. Ob das dann so attraktiv ist?

Im Zuge dieser ganzen Planungen sollte also auch weiterhin über geeignete Lärmschutzmaßnahmen nachgedacht werden, nicht nur entlang der neuen Landesstraße, sondern auch entlang der alten Strecke (Remstalstraße), insbes. ab Ortsausgang Remseck Richtung Hegnach. Denn sollten „nur“ 3.000 KFZ weg von der Remstalstraße und diese eher auch die neue Strecke umgeleitet werden, würden immer noch über 20.000 KFZ die alte Strecke nutzen und den halben Ort beschallen.