Um das Wichtigste vorwegzunehmen: beim Neubau von Rathaus und Stadthalle ist der Gemeinderat einer Meinung, diskutiert wird allerdings heftig um eine von der Verwaltung vorgeschlagene Ergänzung der Stadthalle. Der Kubus genannte zweigeschossige Aufsatz auf die Stadthalle und seine Nutzung, nach dem Vorschlag der Verwaltung eine zentrale Bibliothek bzw. Mediathek, ist umstritten.

Wir Freien Wähler haben zu diesem Punkt gemeinsam mit der CDU zwei Abänderungen des Verwaltungsantrages beantragt und dafür erfreulicher Weise im Gemeinderat am 13.12.16 eine Mehrheit bekommen.

Zum Kubus im Allgemeinen:
Wir finden den Entwurf zwar städtebaulich gelungen, wollen diese Ergänzung zur Stadthalle aber nur bauen, wenn das Gesamtprojekt innerhalb des von der Verwaltung und den Architekten berechneten Kostenrahmens von 34,5 Millionen Euro – davon rund 2,5 Millionen für den Kubus – bleibt. Deshalb wird jetzt unserem Antrag entsprechend so ausgeschrieben, dass erst nach Vorliegen der Angebote entschieden wird, ob der Kubus mitgebaut wird. Kann der vorgesehene Kostenrahmen nicht eingehalten werden, wollen wir auf den Kubus verzichten.

Um diesen Aufsatz auf die Stadthalle und um seine Nutzung wird noch diskutiert

Um diesen Aufsatz auf die Stadthalle und um seine Nutzung wird noch diskutiert

Zu einer zentralen Mediathek:
Wir Freien Wähler unterstützen und fördern die Remsecker Ortsbüchereien. Wir halten sie für wichtige kulturelle Einrichtungen der Stadt zur Leseförderung für unsere Kinder und wollen sie getreu dem Motto „kurze Wege, kurze Beine“ auch in den Stadtteilen erhalten. Und wir sehen mit Freude, wie die Ortsbüchereien angenommen werden und auch mit den Kindergärten und Grundschulen in den Stadtteilen zusammenarbeiten.

Worauf wir jedoch mit Blick auf die städtischen Finanzen verzichten wollen, ist die Neueinrichtung einer zentralen Erwachsenenbücherei. Die nach der jetzigen Planung dafür zu erwartenden laufenden Sach- und insbesondere Personalkosten von mehreren hunderttausend Euro im Jahr haben unseres Erachtens in der Remsecker Finanzplanung keinen Platz, zumal im Schulbereich für Sanierungen, Ergänzungsbauten und Ganztageseinrichtungen riesige Aufgaben mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe vor uns stehen. Im Übrigen erinnern wir daran, dass aus der Neuen Mitte in weniger als 30 Minuten mit Bus oder Stadtbahn die Büchereien in Ludwigsburg und Stuttgart zu erreichen sind; und wir erinnern an den ständig wachsenden Trend zur Online-Nutzung von Medien.

Deshalb freuen wir uns, dass entsprechend unserem Antrag eine Projektgruppe aus Stadtverwaltung und Gemeinderat Gelegenheit bekommt, Alternativen für die Nutzung des Kubus zu diskutieren und dem Gemeinderat im Frühjahr 2017 zum Beschluss vorzuschlagen.

Die Remsecker SPD hat uns wegen unserer Haltung zu „Zauderern, Zögerern und Bedenkenträgern“ erklärt. Ja, wir zögern und wägen sorgfältig ab, bevor wir uns auf finanzielle Wagnisse einlassen. Wir wollen mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger so verantwortungsvoll wie möglich umgehen!


Druckansicht dieses Artikels Druckansicht dieses Artikels
 


Kommentar schreiben

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.


Kommentar



Wenn man den dargelegten Argumenten noch die finanziellen Lasten hinzufügt, die die Verwaltung den Bürgern im Rahmen der Vorstellung der Haushaltsplanungen 2017 ff in Aussicht gestellt hat, dann sollte aus dem den FW und der CDU vorgeworfenen Zaudern und Zögern ein klares Nein-Votum entstanden sein. Ich verweise nur auf die 20 Mio. Schulden in und ab 2020 und die vom OB bereits heute wegen dieser Investition für erforderlich gehaltene Gewerbesteuer-Erhöhung.