In der letzten Sitzungsrunde vor der Sommerpause stellte die Verwaltung die aktuelle Kindertagesstättenbedarfsplanung für das Betreuungsjahr 2019/20 vor, die in der Klausur des neuen Gemeinderates im September nochmals vertieft wurde. Die Verwaltung hält als Ergebnis fest, dass weiterhin Platzdefizite in der Betreuung der unter 3-Jährigen (U3) und der über 3-Jährigen (Ü3) bestehen, was sich mit unserer Wahrnehmung in Gesprächen mit Bürgern dieser Stadt deckt. Im U3-Bereich ist die Versorgungsquote, also der Prozentsatz an Kindern die betreut werden, weiter angestiegen. Aktuell liegt sie bei rund 38 %, vor 10 Jahren lag die Quote noch bei 10 %. Schon im letzten Jahr hat der Gemeinderat im Rahmen der Bedarfsplanung beschlossen, die Bedarfsquote im U3 Bereich auf 40 % zu erhöhen. Nach dieser Berechnung ergibt sich für das Kindergartenjahr 2019/20 ein Platzdefizit von 51 Plätzen für die 1 bis 3-Jährigen. Nach der Prognose für das Jahr 2022 erhöhen sich diese Zahlen noch leicht. Wenn man sich die gesellschaftliche Entwicklung vor Augen hält, werden wir hier in absehbarer Zeit aber wohl noch deutlich mehr Plätze benötigen. Schon jetzt ist es für den Gemeinderat schwierig, anhand der Zahlen aus der Kindertagesstättenbedarfsplanung Rückschlüsse für die Betreuung der U3-Kinder zu ziehen. Die Quote in Höhe von 40 % ist gegriffen. Es lässt sich kaum nachvollziehen, wie hoch der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen ist. Auf unsere Nachfrage sowohl in der Gemeinderatssitzung als auch im Rahmen der Klausur wurde dazu mitgeteilt, dass es schwer sei den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Eltern würden in der Regel einen sehr umfangreichen Bedarf anmelden, der später oft nicht realisiert werden würde. Die Kindertagesstättenbedarfsplanung bleibt daher das bevorzugte Instrument der Verwaltung, um annäherungsweise zu ermitteln, welcher Bedarf besteht.

Im Ü3 Bereich ist die Bedarfsplanung deshalb leichter, da hier von einer Quote um die 95 % ausgegangen werden kann. Nahezu jedes Kind im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt besucht eine Kindertagesstätte. Teilweise werden Remsecker Kinder außerhalb betreut, sodass nicht von einer 100 % Quote auszugehen ist. Hier stellt sich die Entwicklung so dar, dass noch vor 5 Jahren ein deutlicher Überhang von Ü3 Plätzen angeboten werden konnte. Dieser Überhang wurde insoweit kompensiert, als zwei Ü3 Plätze an ein U3-Kind vergeben wurden. Nunmehr haben wir aber auch im Ü3-Bereich ein Platzdefizit. Für das Kindergartenjahr 2019/20 besteht es in Höhe von 26 Plätzen (2 Ganztagesplätze sind nach der Bedarfsplanung noch frei, so dass die Verwaltung zu einem rechnerischen Defizit von 24 Plätzen geplant). Auch hier wird die Zahl der fehlenden Plätze im Prognosezeitraum konstant bleiben.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Kindertagesstättenbedarfsplanung zeigt, dass die Entwicklung eindeutig zu noch mehr Kindertagesplätzen führt. Folgerichtig hat der Gemeinderat die Planung einer sechsgruppigen Kindertagesstätte in Aldingen beschlossen. Ob dies ausreichen wird, kann derzeit kaum beurteilt werden. Für die praktische Arbeit ist es daher sehr unbefriedigend, dass die in der Planung ermittelten Zahlen nicht mit dem tatsächlichen Bedarf verglichen werden können.

Abschließend wurden die Zahlen der Kernzeit- und Hortbetreuung in den Grundschulen dargestellt. Hier wird aktuell jedes zweite Schulkind betreut. Auch an dieser Stelle ist absehbar, dass es in den kommenden Jahren zu einer weiteren Nachfrage kommen wird. Kinderbetreuung bleibt eine Herausforderung für die kommunalen Haushalte. In wie weit das von der großen Koalition verabschiedete „Gute-Kita-Gesetz“ hier helfen kann, bleibt abzuwarten.


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