Publikumswirksam hatten die Initiatoren des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ ihre Aktion gestartet und begonnen, Unterschriften zu sammeln. Insbesondere das von ihnen vorgeschlagene Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten hatte dann aber heftige Kritik der Bauernverbände zur Folge; es besteht dort die Befürchtung, dass Tausende von bäuerlichen Betrieben im Land in ihrer Existenz gefährdet würden, da die Anbauflächen im Obst- und Weinbau häufig in Schutzgebieten liegen.

Landauf, landab haben nun Bauern grüne Mahn-Kreuze aufgestellt, die einen stillen Protest gegen immer stärkere Regulierungen ihrer Betriebe durch die Politik, aber auch gegen das Bienen-Volksbegehren symbolisieren sollen.

In einem eigenen Gesetzentwurf zum besseren Artenschutz versucht nun die Landesregierung sowohl das Anliegen zum Erhalt der Biodiversität als auch die berechtigten Interessen der Landwirte unter einen Hut zu bringen.

Die Freie Wähler-Gemeinderatsfraktion wollte wissen, wie die Landwirte in Remseck die Sache sehen und hat sich mit den Berufsvertretern Werner Escher, Jürgen Leutenecker und Rainer Walker an „Grünen Kreuzen“ in Aldingen getroffen.

Vor Ort ließen sich die Freien Wähler-Stadträte von den Landwirten informierenVon links: Rainer Walker, Thomas Buhl, Werner Escher, Peter Großmann, Thomas Leutenecker, Jürgen Leutenecker

„Niemand käme auf die Idee, einem Kranken sein Medikament zu verweigern, das ihn heilen kann“ sagen die Remsecker Landwirte. Genauso muss es aber möglich sein, ein Kartoffelfeld mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln, wenn beispielsweise die Krautfäule die Ernte bedroht. Im eigenen finanziellen Interesse reduzieren die Bauern ohnehin die Ausbringung und wenden sie nur bei akuter Gefährdung der Kulturen an.

„Bienen sind für uns ganz wichtige – und dazu noch kostenlose – Mitarbeiter“ sagt Werner Escher und bringt damit zum Ausdruck, dass gerade die Landwirte, die auf gesunde Böden angewiesen sind, Interesse an einer großen Biodiversität und einem vielfältigen Insektenvorkommen haben.

Und zur Idee des Volksbegehrens, den Anteil der Biolandwirtschaft auf 50 Prozent zu erhöhen, meinen die Remsecker Bauern, die bekanntlich ihre regionalen Produkte in ihren Hofläden anbieten: „Die Entscheidung für Bioprodukte kann nicht der Gesetzgeber treffen, die trifft ausschließlich der Verbraucher bei seinem Einkauf an der Ladentheke“.


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