Bei der Bank sind Zinsen auf dem Sparkonto fast ein Fremdwort geworden, auf dem Ökokonto der Stadt jedoch verzinsen sich Maßnahmen der Landschaftspflege, wenn sie sich gut entwickeln.

Die Stadtverwaltung hat im Gemeinderat über die Entwicklung des Ökokontos in Remseck berichtet; im Bürgerinfoportal ist ist der Bericht für jedermann verfügbar.

Nach Naturschutzrecht müssen Eingriffe in Natur und Landschaft – in der Regel geht es dabei um einzelne Baumaßnahmen oder um ganze Baugebiete – ausgeglichen werden, indem an anderer Stelle Landschaftselemente gepflegt oder neu angelegt werden.

Kommunen können aber auch frühzeitig vorsorgen und im Vorgriff auf künftige Baumaßnahmen Verbesserungen in Natur und Landschaft vornehmen. Sie bekommen dafür dann nach einem festgelegten Katalog so genannte Ökopunkte gut geschrieben; diese werden auf dem Ökokonto verbucht. Und wenn sich die Maßnahme durch Pflege gut entwickelt, gibt es dafür sogar Zinsen in Form von Ökopunkten.

Ein Beispiel: Der Regentalgraben in Aldingen hatte bei der Bewertung 2015 ein Guthaben von 132.727 Ökopunkten und hat sich in der Zeit von 2008 bis 2015 mit 20.434 Ökopunkten verzinst.

Der Regentalgraben in den Jahren 2008 und 2015 (Bilder: Stadt Remseck)

Wird zum Beispiel ein Ackerboden schlechter Qualität mit hochwertigem Oberboden verbessert, gibt es dafür eine Gutschrift von 9 Ökopunkten je Quadratmeter. Besonders hoch bewertet wurde in Remseck der städtische Zuschuss zur Fischtreppe bei der Schiedt´schen Mühle in Neckarrems; da gab es vier Punkte je Euro.

Mit einem aktuellen Guthaben von fast 1,7 Millionen Punkten auf dem Ökokonto ist Remseck für den naturschutzrechtlichen Ausgleich kommender Baugebiete gut gerüstet.


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