Nachdem vor wenigen Jahren die Verkehrsmengen in den Ortsteilen Aldingen, Neckargröningen und Neckarrems mit detaillierten Zählungen und Befragungen erhoben worden sind, wurde mit einer Zählung und Befragung im Mai 2007 in den Ortsteilen Hochberg und Hochdorf jetzt das Zahlenmaterial zum Straßenverkehr in Remseck komplettiert. Die Ergebnisse wurden vom Büro Prof. Kölz dem Gemeinderat vorgestellt. Wichtiger Bestandteil der Untersuchungen sind dabei die Prognosen für die Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2020.

Konkreter Hintergrund der jetzigen Erhebung war die Frage, ob eine Nordumfahrung Hochbergs ähnliche Entlastungseffekte für den Bereich der Ortsmitte (Hauptstraße, Hochdorfer Straße) erwarten lässt wie eine Untertunnelung des Ortskerns. Die Frage ist deshalb besonders spannend, da bei einer Untertunnelung mit Baukosten von rund 28 Mio EUR sowie mit laufenden Unterhaltungskosten weit im sechsstelligen Euro-Bereichs zu rechnen ist, bei einer Nordumfahrung aber von Baukosten von nur 6 bis 8 Mio EUR ausgegangen wird.

Zu den Zahlen: die Hauptstraße in Hochberg wird heute von 14.800 Kfz in 24 Std. befahren, ohne Umfahrung oder Untertunnelung wird bis 2020 mit einer Steigerung auf 17.100 Kfz/24h gerechnet. Nach Untertunnelung Hochbergs ginge dies Zahl im Zieljahr 2020 auf noch 5.600 Kfz/24h zurück, der Tunnel würde 11.500 Fahrzeuge aufnehmen. Die Verkehrswirksamkeit einer Nordumfahrung ist wegen der damit verbundenen Umwege deutlich geringer. Die Umfahrung würde rund 6.600 Kfz/24h aufnehmen, in der Hauptstraße verblieben noch 10.400 Fahrzeuge.

Da eine Verkehrsentlastung des Ortskerns von Hochberg unstrittig notwendig ist und eine Umfahrung unter dem Aspekt der Finanzierung leichter zu stemmen wäre als die Untertunnelung, gilt es jetzt zu prüfen, ob durch verkehrsrechtliche Regelungen wie z.B. Lkw-Fahrverbote, Anliegerregelungen usw. und durch Rückbaumaßnahmen die Verkehrswirksamkeit der Umfahrungslösung erhöht werden kann.


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