Der Tagesordnungspunkt im Gemeinderat war überschrieben mit „Teilfortschreibung des Regionalplans zur Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie“. Konkret ging es dabei um eine Stellungnahme zum möglichen Standort Bittenfeld-Südwest (Kürzel: WN-23), der sich im Bereich der Gemarkungsgrenze Neckarrems/Bittenfeld in der Nähe des Hochberger Wasserturmes befindet.

Der Gemeindrat hat sich mit deutlicher Stimmenmehrheit gegen ein Windrad an diesem Standort ausgesprochen. Begründet wird dies damit, dass der Standort zu nah an den bestehenden und ggfs. noch hinzukommenden Aussiedlerhöfen im Gewann Rötelbrunnen liegt.

Die Lage des Vorranggebietes „Bittenfeld-Südwest“


Unbestreitbar wichtig ist es, für die Stromversorgung in Deutschland die Windkraft ausgebaut werden muss, aber bitte vorrangig dort, wo dauerhaft starker Wind weht und die Anlagen deshalb auch sehr wirtschaftlich sind. Eine Windgeschwindigkeit von 5,25 bis 5,5m/sec in 100 Metern Höhe, wie am Standort WN-23 prognostiziert, liegt deutlich am unteren Grenzbereich der Wirtschaftlichkeit. Windräder gehören an die Nord- und die Ostsee, wo die Energieausbeute groß ist.

Zwingend notwendig ist es dann aber, schnell Leitungstrassen für den Stromtransport in die Industriezentren der Republik zu bauen und daneben Speicherungsmöglichkeiten zu schaffen. Nur wenn zu den Zeiten, wo im Norden der Wind weht und damit mehr Strom erzeugt wird als aktuell benötigt wird, der überschüssige Strom gespeichert werden kann – in Pumpspeicherwerken oder in den Akkus von Elektroautos – kann die installierte Windkraftleistung auch genutzt werden. Heute haben wir immer wieder die Situation, dass Windräder in der Nordsee abgeschaltet werden müssen, weil die Netze den Strom nicht abnehmen können.

Eine spannende These ist auch, dass wir eigentlich in Baden-Württemberg gar keine Windräder benötigen, da die on- und offshore an Nord- und Ostsee in absehbarer Zeit installierte Leistung zur Versorgung der Republik völlig ausreicht. Wenn dann bei uns der Wind weht, tut er das normalerweise über dem Meer auch. Folge: um unseren eigenen Wind-Strom im Netz unterzubringen, müssen im Norden Windräder abgeschaltet werden. Ein Aspekt, der nachdenklich macht! Voraussetzung ist aber wie erwähnt der Bau von neuen Stromleitungen quer durch Deutschland.



Druckansicht dieses Artikels Druckansicht dieses Artikels
 


Kommentar schreiben

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.


Kommentar



Ich denke,
wir Remsecker sollten auch einen sichtbaren Beitrag zur Nutzung von neuen Energiequellen leisten.
Schade,
dass unser Gemeinderat diese Chance vertan hat und mehrheitlich den St.florian bemüht hat…