(Beitrag von Werner Waldner in der Kornwestheimer Zeitung vom 12.04.2016)

Pattonville: Wir schreiben ein neues Kapitel in der Posse um denkwürdige dunkle Steine.
Werner Waldner

Mein Gott, der Mann kann aber auch hartnäckig sein. In schöner Regelmäßigkeit erkundigt sich Gerhard Waldbauer, Stadtrat der Freien Wähler in Remseck, in der Versammlung des Zweckverbandes Pattonville nach dem Radweg im Zentrum von Pattonville. Er tut das seit langer Zeit, und er kann das tun, weil sich nichts tut.

Dieser Tage fragte Waldbauer mal wieder nach: Wann passiert da was? Er fragte das auch deshalb, weil der Radweg, der keiner ist, nun auch ein Parkplatz ist. Aber ein Parkplatz ist es auch nicht. Was Gerhard Waldbauer erstaunt haben dürfte und was in der Causa Radweg John-F.-Kennedy-Allee neu ist: Waldbauer hat nicht eine Antwort erhalten, sondern gleich zwei. Allerdings nicht auf seine Frage.KWZ 12.04.16

Wem die Situation in Pattonville präsent ist, der kann die nächsten Absätze überspringen. Steigen Sie am blauen Punkt (• ) wieder in die Lektüre sein, denn viel Neues, das sei Ihnen verraten, werden Sie nicht erfahren. Allen anderen sei erläutert: Der Gehsteig im Zentrum ist breit. Sehr breit. Stolze vier Meter misst er, weshalb seinerzeit, als er angelegt wurde, schwarze Steine in die grauen Flächen eingebracht worden sind, um dort für ein wenig Struktur zu sorgen. Dumm nur: Die schwarzen Steine werden von vielen Verkehrsteilnehmern als Abgrenzung für einen Radweg gehalten. Und deshalb fahren sie schön auf der Fläche zwischen den schwarzen Steinen und fühlen sich auf der sicheren Seite. Pustekuchen.

Sicher mag es vielleicht sein, aber verboten ist es eben auch. Wenn die Stadt Kornwestheim den Radlern Böses wollte, was sie aber natürlich nicht will, dann könnte sie einen Wachtmeister, heutzutage städtischer Vollzugsbeamter genannt, an die John-F.-Kennedy-Allee stellen und die leere Stadtkasse auffüllen. Radfahren auf dem Gehweg kostet zwischen 15 und 30 Euro, je nachdem, ob man andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder nicht.

Der Zustand im Zentrum von Pattonville ist Menschen, denen die Einhaltung von Recht und Ordnung sehr wichtig ist, natürlich ein Graus. Andererseits kann man den Radlern auch nicht bösen Willen unterstellen. Die Steine suggerieren ja nun wirklich, dass es sich um einen Radweg handelt. Allerdings fehlt zur Kenntlichmachung des Radwegs das Schild.

(• Willkommen zurück, liebe Ortskundige). Wann passiert da was? Mehr wollte Gerhard Waldbauer eigentlich nicht wissen, aber Oberbürgermeisterin Ursula Keck schlug vor, einen Termin mit dem Ordnungsamt zu machen, um sich die Situation mit den Radfahrern und Parkern auf Irrwegen mal anzuschauen. Das wiederum rief Dieter Girrbach, seines Zeichens Geschäftsführer des Zweckverbandes Pattonville auf den Plan. Ortstermin mit Ordnungsamt – der sei nun wirklich nicht notwendig. Schließlich sei nach einem Ortstermin mit Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) entschieden worden, durch entsprechende Schilder den Gehweg auch für Radfahrer freizugeben. Die seien aber noch nicht montiert worden, weil’s so viele Baustellen in Pattonville gebe. Den Beschluss aus dem Jahr 2013 hatte Gerhard Waldbauer sogar dabei, was nicht hoch genug zu bewerten ist. Aber vermutlich muss man auch so gut vorbereitet sein, wenn man hartnäckig sein will.

Ach so: Wann passiert denn jetzt was? Keine Ahnung. Oberbürgermeisterin Ursula Keck will an dem Ortstermin festhalten. Und was dabei herausgekommen ist, danach wird sich Gerhard Waldbauer sicherlich in der nächsten Sitzung des Zweckverbandes erkundigen.


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